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Neue Mobilität - neue Stadt?

Barbara Lenz
Institut für Verkehrsforschung (DLR) Berlin

Wechselwirkungen zwischen neuen Mobilitätskonzepten und Stadtraum

Das Auto in der Stadt ist eine Selbstverständlichkeit geblieben; erst ganz allmählich erobert sich das Fahrrad einen Platz in der Stadt; den Fußgängern bleibt oft nur die Fußgängerzone in der Innenstadt als derjenige Ort, wo das Zu-Fuß-Gehen Priorität hat.

Um die Vorherrschaft des Autos zurückzudrängen, wurden und werden in den Städten Maßnahmen umgesetzt, die einerseits die Nutzung des privaten Pkw unattraktiv machen und andererseits umweltschonende und vor allem weniger raumgreifende Mobilitätsalternativen bereitstellen und fördern. Dazu gehört neben dem klassischen öffentlichen Verkehr und dem Fahrrad die gemeinschaftliche Nutzung von Fahrzeugen, vor allem im Rahmen von Car- oder Ridesharing.

Die gleichzeitig wachsende Diskussion zur Um- und Neuverteilung des öffentlichen Raumes wird national und international begleitet von vielfältigen Experimenten, die den veränderten Stadtraum erlebbar machen und den Menschen einen unmittelbaren Eindruck davon geben, wie ein Weniger an Verkehr ein Mehr an Lebensqualität erzeugen kann.

Anhand von Beispielen aus Deutschland und Europa zeigt Barbara Lenz im Vortrag auf, welche Ideen und Optionen hinter dem Begriff der „neuen Mobilitätskonzepte“ stehen und welche Rahmenbedingungen für ihr Gelingen, vor allem aber für die erwartete Wirkung auf den öffentlichen Raum und den Verkehr in der Stadt notwendig sind.

Barbara Lenz war bis Anfang 2021 Direktorin des DLR-Instituts für Verkehrsforschung in Berlin. Gleichzeitig lehrte und forschte sie als Professorin für Verkehrsgeographie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre jüngeren Forschungsschwerpunkte sind die Akzeptanz neuer Technologien im Verkehrssektor, insbesondere der Automatisierung, die Transformation des Verkehrssektors und informelle Verkehre in Entwicklungsländern.

Sie arbeitet seit Jahren in verschiedenen nationalen, europäischen und internationalen Gremien mit, so zum Beispiel beim 6. EU-US-Verkehrsforschungssymposiums „Sozioökonomische Auswirkungen automatisierter und vernetzter Fahrzeuge“ im Jahr 2018, in der EU Transport Advisory Group sowie im EU Advisory Board on Gender Issues; derzeit ist sie Mitglied des EU Mission Board on Climate Neutral and Smart Cities. Seit 2019 leitet sie eine von sechs Arbeitsgruppen der Deutschen Nationalen Plattform für die Zukunft der Mobilität und ist Mitglied der Expertenkommission zum Monitoringbericht „Energie der Zukunft“ der Bundesregierung.

DLR Institut für Verkehrsforschung
Das Institut für Verkehrsforschung in Berlin-Adlershof ist eines von vier Forschungsinstituten im Programmbereich Verkehr des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Die Forschung des Berliner Instituts wird getragen von einer ganzheitlichen, systemischen Herangehensweise, die den Menschen als Akteur ins Zentrum der Betrachtung stellt.
Zu den zentralen Themen gehören das Verkehrsverhalten von Individuen und Haushalten, die Akzeptanz neuer Technologien und Mobilitätskonzepte, so bspw. auch das automatisierte Fahren, urbane Mobilität und Mobilität in der Peripherie der Städte, aber auch der Wirtschafts- und Güterverkehr innerstädtisch, national und international.

Foto © Hoffotografen Lenz