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Paradigmenwechsel - von der Baustatik zur Baukunst

Stefan Polónyi
Köln

Aus Baustoffen wie Holz, Stein und Beton haben die Baumeister früher, nur auf Erfahrung und Intuition gegründet, „stoffgerechte“ Bauwerke erstellt. Die Verwendung von Eisen und Stahl im 19. Jahrhundert führte zur Gründung der Baustatik und damit später zur Bauwissenschaft. Aus dem Gleichgewicht der Kräfte konnte man neue Tragsysteme herleiten und deren Tragfähigkeit quantifizieren. Der Stahl ermöglichte die Anpassung der Tragwerke an die theoretisch hergeleiteten Systeme, andererseits hat die Baustatik eine wesentliche Überschreitung der Grenzen der direkten Erfahrungen ermöglicht. Mit den heutigen, computergestützten Hilfsmitteln mit denen die Quantifizierung beliebiger Objekte möglich geworden ist, können sich die Bauingenieure von vorgegebenen statischen Systemen befreien und Tragwerke in materialgerechter Formensprache entwerfen.

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