Bild: 

Transforming Landscapes

Michel Desvigne
MDP MICHEL DESVIGNE PAYSAGISTE

Michel Desvigne erörtert in seinem Vortrag den Wandel des Berufsbilds Landschaftsarchitekt und die damit verbundenen Herausforderungen, die sich heute – im Gegensatz zu früher – weniger auf ästhetische Aspekte sondern verstärkt auf Klima und Ökologie beziehen.

Gegenwärtig geht es bei den meisten Landschaftsprojekten um die Umgestaltung vorhandener Flächen. Unsere Städte sind bereits bebaut, Freiraum ist kaum noch vorhanden. Die Aufgabe besteht in erster Linie darin, Räume zu verdichten, umzuwidmen, attraktiver zu machen. Aus empirischen Daten ist die Dauer dieser Transformationsprozesse bekannt, unabhängig davon, ob es sich um großflächige Landschaften oder um urbane Teilbereiche handelt. Die Erfahrung zeigt, dass für die Schaffung eines neuen Stadtviertels etwa dreißig Jahre benötigt werden und dass die vergleichsweise langwierigen Prozesse zudem permanent korrigiert werden müssen. Die anfängliche Konzeption sollte daher anpassungsfähig genug sein, um ökonomischen Herausforderungen oder veränderten Anforderungen Rechnung zu tragen. Aus diesem Grund bedarf es Planungswerkzeugen und -methoden, die es ermöglichen, bei der Umgestaltung von Arealen die erforderliche Dauer als Prozesskomponente zu integrieren.

Michel Desvigne ist ein international anerkannter Landschaftsarchitekt, der sich insbesondere durch seine aufwändigen und zeitgenössischen Entwürfe sowie die Originalität und Relevanz seiner Forschungsarbeit auszeichnet. Er hat Landschaftskonzepte in Zusammenarbeit mit weltweit führenden Architekturbüros entworfen, darunter Herzog & de Meuron, Foster + Partners, Richard Rogers und Rem Koolhaas.

Michel Desvigne hat Projekte in mehr als 25 Ländern entwickelt. Seine Arbeit trägt dazu bei, Landschaften hervorzuheben und sichtbar zu machen, die Form gebenden Mechanismen zu verstehen, und im Rahmen der Umgestaltung auf diese Mechanismen einzuwirken, um den betreffenden Räumen eine tiefere Bedeutung zukommen zu lassen.

Zu Michel Desvignes renommiertesten Auszeichnungen zählen der AIA Honor Award 2019 für den Detroit East Riverfront Framework Plan (USA), der Europäische Preis für den städtischen öffentlichen Raum 2014 sowie der Große Preis für Städtebau 2011 in Frankreich für seinen kontinuierlichen Beitrag und seine Reflexion über Stadt und Umland.

Vortrag auf Englisch

Foto©Vincent Mercier